An Vollmond und Neumond Tagen gibt es die Möglichkeit, über "Jitsi Meet" um 19 Uhr mit dem Kloster in Verbindung zu treten zum Chanting und zur Meditation (an diesen Abenden 45 min). 
 
Auf Nachfrage werden die entsprechenden Termine und Links zugesandt. 

 

 

Nächste Termine: 

 

Montag, den 26.04.2021 - Vollmond

Dienstag, 11.05.2021 - Neumond

Mittwoch, den 26.05.2021 - Vollmond

Donnerstag, 10.06.2021 - Neumond

Donnerstag, 24.06.2021 - Vollmond

 

 

Zum Vollmond im Februar

Das Māgha-Fest

 

An einem Vollmond im Februar (Pali: Māgha) versammelten sich spontan 1250 Mönche, die alle bereits erleuchtet waren, und der Buddha gab die sog. Pātimokkha-Belehrung. Zu einer Zeit, in der es noch keinen Vinaya gab, also ein Regelwerk für seinen Orden, fasste der Buddha Gautama  kurz die entscheidenden Inhalte der Praxis zusammen, die von den Buddhas aller Zeiten gelehrt wurden:

 

Die Lehre ALLER Buddhas besteht darin, dass wir keine Tat aus boshaften Intentionen verüben, sondern heilsame Handlungen mehren sollten. Die Reinigung des Geistes von allen Giften und Befleckungen steht im Zentrum ihrer Lehre.

Dabei kommen der Geduld und der Nachsicht eine besondere Rolle zu bei dieser Übung, um das höchste Ziel zu erreichen, Nirwana / Nibbāna zu verwirklichen. Zugleich sind Gewaltlosigkeit (nicht anzuklagen, nicht zu verletzen …) und Disziplin unabdingbar. Wer sich der höheren Geistesschulung widmet, sollte sich beim Essen mäßigen und einsame Orte aufsuchen. Dies ist die wesentliche Botschaft der Buddhas aller Zeiten.

(sinngemäße Wiedergabe nach Dhammapada Verse 183-185) 

 

Für diejenigen, die sich am Vollmond des Monat Māgha (Februar) um den Buddha versammelten, waren dies bestimmt keine aufsehenerregenden Neuigkeiten, und ein so elaboriertes Werk wie der Vinaya war für sie noch überflüssig. Offenbar folgten sie alle einer inneren Eingebung - ganz ohne E-Mail, WhatsApp, Facebook, SMS oder Telefon -, mit dem Buddha und seinen Nachfolgern zusammenzutreffen. Da es damals noch keine elektrische Beleuchtung gab, können wir leicht verstehen, weshalb sich dafür eine Vollmondnacht am besten eignete. Und hinzukam, dass im Februar die kühle Jahreszeit in Indien mehr oder weniger vorüber war.

 

Kommen wir zurück zum Februar 2021 in unseren Breiten, wo wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus menschliche Kontakte weiterhin stark eingeschränkt sind, was große  Versammlungen erst recht betrifft: In den Klöstern im Westen wird daher in diesem Jahr wohl selbst auf Zirkumambulationen um den Stupa herum mit Kerzen und Räucherstäbchen verzichtet werden müssen, wie sie an manchen Orten zur Feier des Māgha-Vollmondes üblich geworden sind. Gerade in dieser Situation brauchen wir immer wieder die Erinnerung an das, was wesentlich ist, wenn wir dem Buddha bzw. den Buddhas folgen wollen, und die Vergewisserung, dass es viele andere Menschen gibt, die ebenfalls auf diesem Weg sind. Je mehr Probleme sich anhäufen, je mehr Informationen und sich widersprechende Meinungen auf uns einprasseln, je mehr Ablenkungen es im Alltag gibt, umso nötiger ist es, immer wieder auf die wesentlichen Inhalte unserer Praxis hingewiesen zu werden sowie darauf, dass wir – trotz äußerlicher Vereinzelung im Lockdown – in einer bedeutenden Tradition von edlen Menschen stehen.

 

Die spontane Versammlung der Erwachten war letztlich kein Selbstzweck; sie hatte eine Wirkung nach außen. Der Buddha gab als ein äußerst geschickter Lehrer seinen Schülern ein Beispiel, und seine Schüler haben die Lehre weiterverbreitet. Daher hat dieses Ereignis auch heute noch für uns Bedeutung.

 

Gerade da wir in einer Gesellschaft leben, in der vielfach Tradition dem Modernen weichen muss, die uns mit einem rasanten „Fortschritt“ konfrontiert auf vielen Gebieten, lohnt sich der Blick auf altbewährtes Weisheitswissen und grundlegende menschliche Qualitäten, ohne die es keinen wirklichen Fortschritt gibt. Denn: Können wir wirklich so stolz sein auf die modernen Errungenschaften? Bescheren sie uns nicht vielfach auch wieder neue Probleme, stellen sie uns nicht immer wieder vor neue Aufgaben? Und dabei gibt es auf die alten Fragen der  Menschheit – nach dem Sinn des Lebens etwa oder ob/was nach dem Tod folgt – keine befriedigenden Antworten außerhalb der Religionen oder überlieferten Weisheitslehren.

 

Ab 27.2.021 wird das Fest der Wundertaten gefeiert.
 

Das Fest der Wundertaten, Tschotrül Dütschen, ist einer der vier Hauptfeiertage in buddhistischen Ländern, so auch in Tibet. An diesem Tag forderten die Führer der wichtigsten philosophischen Schulen in Indien den Buddha zu einem Wettstreit der Wunderkräfte heraus. Der Buddha zeigte fünfzehn Tage lang jeden Tag ein anderes Wunder, besiegte seine Gegenspieler und inspirierte viele seiner Lehre zu folgen. 

An diesen Tagen werden die Wirkungen positiver und negativer Handlungen um zehn Millionen vervielfacht.

 

Das Kloster Shide

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